Es ist zwar schon etliche Jahre her, aber ich weiß es noch bis heute:

Manchmal war es ganz einfach, wenn unsere Lateinlehrerin einen Satz erklärt hat. Aber
allein war ich nur mehr verwirrt.
Ein anderes Mal hatte ich schon im Unterricht den Eindruck, Chinesisch lernen zu müssen – und nicht eine „verwandte“ Sprache.
Dabei hatte ich eigentlich Freude am Lateinunterricht! Ich liebte die Philosophen und die Geschichte der Antike, die Sagen und die Göttergeschichten.
Eines Tages hat mir schließlich eine kluge Lehrerin gezeigt, dass in Wirklichkeit alles ganz einfach ist: dass mir die Grammatik hilft und mich nicht „behindert“ zum Beispiel. Und vor allem, dass in meinem Kopf alles drinnen ist – ich musste nur lernen, es zur rechten Zeit und beim richtigen Satz hervorzukramen.
Seither hat mir diese „tote Sprache“ viele lebendige Freuden verschafft.

Vermutlich hast Du nicht den Ehrgeiz, Dich noch in 30 oder 40 Jahren mit Oden von Horaz oder den „Metamorphosen“ im Original zu entspannen (obwohl: sag niemals nie ;-)!). – Ich hätte das in meiner Schulzeit auch nie für möglich gehalten.

Was in meinem Alltag aber viel wichtiger ist: Ich entdecke immer wieder, dass ich durch das, was ich aus dem Lateinunterricht  mitgenommen habe, einen viel verständnisvolleren Blick auf viele Details unseres modernen Lebens habe als andere, die diesen Vorteil nicht haben oder nicht nutzen können.

Auch das Erlernen moderner Sprachen (derzeit Neugriechisch) fällt mir viel leichter, wenn ich mich an die Grundlagen des Latein-Unterrichts zurück erinnere.

An dieser Stelle möchte ich meiner Lateinehrerin Dr. Eva Reichl, die leider allzu früh an einem Tumor verstorben ist, wenigstens einmal ausdrücklich danken!

Dass auch Dir Latein viele positive Erfahrungen beschert, das wünsche ich Dir nicht nur – dabei möchte ich Dir auch helfen.Schließlich wäre es traurig, so viel Zeit und Mühe für etwas aufzuwenden und dann nicht davon zu profitieren!